Interview: Dennis Zellmann

Geschrieben von Stephan Seeger am in 2. Mannschaft

"Ich bin froh, endlich einen Co-Trainer zu haben"

Am 20. August beginnt für die zweite Mannschaft der SG Kaarst die neue Saison in der Kreisliga A. Trainer Dennis Zellmann hat sich in der Vorbereitung verletzt und dadurch zwei Wochen verpasst. Wir haben mit Zellmann über seinen neuen Co-Trainer, den Verlust seines Kapitäns und den Rekordtransfer von Neymar zu Paris St. Germain gesprochen.

Zuerst einmal: Wie geht es Dir?

Dennis Zellmann Den Umständen entsprechend gut. Ich habe die vergangenen beiden Wochen der Vorbereitung verpasst, weil ich mir beim lockeren Zocken im Training einen Bluterguss im Knie zugezogen habe. Das ist doof, klar, aber ändern kann ich es nicht mehr. Zum Glück hat Heinrich (Fafenrot, Co-Trainer, Anm. d. Red.) mich ständig auf dem Laufenden gehalten. Jetzt wird es aber Zeit, dass ich auf den Platz zurückkomme. 

Die vergangene Saison habt ihr auf Platz vier abgeschlossen. Wie zufrieden warst Du mit dem Abschneiden?

Zellmann Man kann schon sagen, dass wir eine gute Saison gespielt haben. Keine sehr gute, weil wir gegen schwächere Mannschaften Punkte haben liegen lassen. Mit etwas mehr Konsequenz hätten wir vielleicht den ein oder anderen Punkt mehr geholt.

Wie sehr habt ihr darunter gelitten, dass ihr immer wieder Spieler an die Erste abgeben musstet?

Zellmann Das war nicht optimal für uns, aber unumgänglich. Aber als wir sechs, sieben Spieler abgegeben haben, hat der Rest super Ergebnisse eingefahren. Daran hat es also nicht gelegen. In ein paar Bereichen waren wir nicht konsequent genug. Daraus müssen wir unsere Lehren ziehen.

Wie lauten Deine Ziele für die kommende Spielzeit?

Zellmann Die Liga wird stärker werden, weil zwei starke Aufsteiger und ein starker Absteiger hinzukommen. Wir wollen wieder eine gute Rolle spielen und versuchen, oben mitzuspielen.

Hat sich das Gesicht der Mannschaft im Sommer verändert?

Zellmann Oliver Hensen hat aufgehört. Und Jörn Wolff wird uns als Torhüter fehlen. Wir haben derzeit nur einen Keeper und haben da ein bisschen Nachholbedarf. Neu hinzugekommen sind Philipp Korth aus Büderich (Abwehr, Anm. d. Red.) und Philipp Schmitz aus Neukirchen (Stürmer). Die werden uns sicherlich weiterhelfen. Ansonsten hätten wir sie nicht dazu genommen.

Stichwort Oliver Hensen: In ihm hast Du nicht nur Deinen Kapitän, sondern auch einen Leistungsträger verloren. Wer kann ihn ersetzen?

Zellmann Natürlich habe ich im Kopf, wer die Position übernehmen soll. Aber am ersten Spieltag werden wir sehen, wer überhaupt zur Verfügung steht. Als Typ ist Olli aber nicht zu ersetzen. Das ist ein Riesenverlust für uns. Ich hoffe, dass er irgendwann den Fußball so sehr vermisst, dass er die Schuhe nochmal schnüren wird.

In Heinrich Fafenrot hast Du endlich einen Co-Trainer an deiner Seite. Wie sehr hilft Dir das?

Zellmann Wirklich sehr. Er hat selbst auf einem gewissen Niveau gespielt, kennt den Verein und die Leute. Dadurch habe ich auch etwas mehr Möglichkeiten im Training, kann die Mannschaft aufteilen und das Training ein bisschen spezifischer zu gestalten. Ich bin sehr froh, endlich einen Co-Trainer zu haben. Heinrich hat in den vergangenen beiden Wochen das übernommen, das hat mir sehr geholfen. Und ich habe keine Sekunde daran gezweifelt, dass er das gut macht.

Wie zufrieden bist Du mit der Vorbereitung?

Zellmann Das ist für mich schwierig zu beantworten, ich kann mich da nur auf den Heinrich verlassen. Das Spiel in Uedesheim haben wir zwar 0:5 verloren, hatten aber auch Chancen. Die Trainingsbeteiligung war eher holprig, aber das ist in unterklassigen Ligen halt so, das müssen wir so hinnehmen.

Nervt es Dich, wenn Mannschaften gegen Euch nur auf Konter spielen und damit auch noch Erfolg haben? In der vergangenen Saison habt ihr so ein paar Spiele verloren bzw. nicht gewonnen…

Zellmann Genervt bin ich nicht, um Gottes Willen. Jede Mannschaft muss für sich entscheiden, wie sie auftreten will. Ich persönlich gehe nicht sonntags auf den Platz und stelle mich mit elf Mann hinten rein. Wir müssen halt Lösungen finden, wie wir solche Gegner knacken. Unser Spiel ist es, viel den Ball zu haben, uns Torchancen zu erarbeiten und die im besten Fall reinzumachen.

Fühlst Du Dich nach einem Jahr mittlerweile als "Kaarster"?

Zellmann Ja, definitiv! Aber wie ich schon immer gesagt habe, der Verein hat es mir sehr leicht gemacht. Ich fühle mich sehr wohl und fahre sehr gerne zum Kaarster See. Das hat auch meine Entscheidung, hier zu bleiben, beschleunigt.

Was schätzt Du am Verein?

Zellmann Die Leute hier sind sehr offen. Seit Winter hat sich die Kommunikation mit der ersten Mannaschaft verbessert, mit der Dritten funktioniert das sowieso. Mit Peter (Stojkovic, Anm. d. Red.) kann man sich sehr gut austauschen. Auch im Vorstand habe ich immer zwei, drei Ansprechpartner, die mir helfen, Das ist sehr angenehm.

Zum Saisonauftakt habt ihr direkt eine harte Nuss zu knacken. Wer gehört neben Novesia noch zu deinen Aufstiegsfavoriten?

Zellmann Der Auftakt gegen Novesia ist ein ordentlicher Prüfstein. Die gehören für mich zum Favoritenkreis. Aufstiegsfavorit ist für mich aber Rommerskirchen. Warum die abgestiegen sind, weiß ich nicht. Aber insgesamt wird es sehr ausgeglichen. Hackenbroich hat sich mit einem Tim Rubink, einem Topspieler aus Kapellen, verstärkt und wird sicher oben mitmischen. Das ist zum einen eine Chance, weil sich die Mannschaften gegenseitig die Punkte wegnehmen, zum anderen aber auch eine Gefahr, wenn man selbst nicht die nötigen Punkte holt.

Letzte Frage: Was hälst Du von den horrenden Ablösesummen, die derzeit im Profifußball gezahlt werden? Paris zahlt 222 Millionen Euro für Neymar….

Zellmann Das hat mit Fußball nix mehr zu tun, das ist sehr, sehr befremdlich. Diese Summe kann sich kein normaler Mensch vorstellen. Jürgen Klopp hat es sehr schön formuliert: Financial Fairplay ist nur ein Vorschlag und wird nicht wirklich umgesetzt.