18. Spieltag: TuS Hackenbroich – SG Kaarst II 4:4 (0:2)

Geschrieben von Stephan Seeger am in 2. Mannschaft

Ein Auf und Ab der Gefühle

Was für ein Spektakel: Die zweite Mannschaft ist beim 4:4 (2:0) beim TuS Hackenbroich Gefühlsachterbahn gefahren. Trainer Predrag Stojkovic zeigte sich am Ende zufrieden und sieht seine Mannschaft als moralischen Sieger.

Dieses Spiel wird noch lange in den Köpfen aller Beteiligten bleiben. Denn das, was die Spieler beim irren 4:4 in Hackenbroich erlebten, war für ein Fußballspiel nicht normal. "Es war ein Auf und Ab, das hat richtig Nerven gekostet", sagte SG-Trainer Predrag Stojkovic. Dabei lag seine Mannschaft zur Pause durch einen Doppelpack von Denis Haas bereits 2:0 in Führung. Doch binnen fünf Minuten gaben die Gäste diese wieder aus der Hand. Kurz nach dem Seitenwechsel stellte Jonas Yared ebenfalls mit einem Doppelpack alles auf Anfang.

"Das ist Fußball, leider. Wir müssen diese Situationen einfach besser verteidigen", sagt Stojkovic. Nachdem sein Sohn Marcel die SG zum dritten Mal in Front schoss (63.) und Papa Stojkovic an der Seitenlinie auf die Uhr schaute und sah, dass nur noch fünf Minuten zu spielen sind, hegte er leise Hoffnungen auf einen Sieg. Doch dann zerschlug Marco Heryschek diese Hoffnungen mit dem 3:3 (85.). "Ich dachte dann, ok, nehmen wir halt den einen Punkt mit. Das ist zwar schade, aber besser als nichts", schildert Stojkovic seine Gefühle kurz nach dem Ausgleichstreffer. Doch die Geschichte dieses Spiels war noch lange nicht geschrieben. In der 92. Minuten erzielte Daniel Errens den vermeintlichen Siegtreffer für die Hausherren. "Was meine Mannschaft dann gemacht hat, erfüllt mich mit Stolz", sagt Stojkovic. Die SG wollte sich mit der Niederlage nicht anfreunden und warf noch einmal alles nach vorne. Der Lohn war der Ausgleich in Minute 98 (!) durch Kai Bodewitz. Und das Tor war ein Treffer des Willens: Bodewitz lief auf die Abwehr zu, eroberte den Ball, umkurvte den Schlussmann und schob zum Ausgleich ein.

Der Schlusspunkt eines verrückten Spiels. "Ich bin wieder ein paar Jahre älter geworden", sagt Stojkovic: "Und ich habe keine Stimme mehr." Aber dafür ist er Trainer geworden. "Wenn die Jungs sich so reinhauen und so kämpfen, ist mir das Ergebnis egal", sagt er. Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack: "Wenn wir immer so gespielt hätten, wüssten wir gar nicht, wie Abstiegskampf geschrieben wird". Durch das Remis zog die SG in der Tabelle nach Punkten mit Weissenberg gleich. Am kommenden Freitag empfängt die abstiegsbedrohte SG den SV Rosellen, derzeit Vierter in der Tabelle. "Ich denke, dass uns solche Spiele eher liegen als diese Kampfspiele", glaubt Stojkovic. Was am Ende dabei rauskommt, wird man am Freitag sehen. "Wir gucken nicht mehr auf die Tabelle und spielen die Saison einfach zu Ende. Dann schauen wir, wo wir am Ende stehen", sagt der Coach. Mit einem halben Auge wird er wahrscheinlich doch gucken, ob sich die SG über den Strich retten kann oder nicht.