4. Spieltag: 1. FC Grevenbroich-Süd – SG Kaarst II 11:2 (5:1)

Geschrieben von Stephan Seeger am in 2. Mannschaft

Komplettes Versagen

(seeg) Die zweite Mannschaft der SG Kaarst hat sich am vierten Spieltag der Kreisliga A bis auf die Knochen blamiert. Beim 2:11 (1:5) beim 1. FC Grevenbroich-Süd lief überhaupt nichts zusammen. Trainer Gregor Hermann spricht von einer "katastrophalen Leistung". 

Noch nie in seiner Karriere - weder als Spieler noch als Trainer - wurde Hermann so gedemütigt wie an diesem Sonntag in Grevenbroich. Seine Mannschaft spielte unterirdisch und verlor völlig verdient mit 2:11 (1:5). Überragender Spieler der Gastgeber war Murat Köktürk mit sechs Treffern. Sein Bruder Berkay erzielte vier Tore, der Ex-Kaarster Marcel Schmautz setzte den Schlusspunkt. Eine solch hohe Niederlage hat die SG Kaarst in den vergangenen Jahren nicht mehr kassiert, die Leistung grenzt schon an Arbeitsverweigerung. Nachdem sich die dritte und vierte Mannschaft abgemeldet haben, bahnen sich nun auch bei der Zweiten Auflösungserscheinungen an. "Dafür gibt es keine Entschuldigung, das war grottenschlecht", sagte ein konsternierter Hermann. Sein Gegenüber Kevin Hahn wunderte sich ebenfalls über die geringe Gegenwehr der Gäste. "Wir haben früh 3:1 geführt, danach ist die Gegenwehr leider immer weniger geworden", sagte Hahn. Die einzigen beiden Kaarster Tore erzielten Denny Serifi und Justin Struttmann.

"Ich habe jetzt eine Nacht darüber geschlafen, bin aber immer noch nicht wirklich im Stande zu erklären, was da passiert ist. Für mich ist das ein Desaster und ich fange immer erst an mich selbst zu hinterfragen und Fehler zu analysieren. Eine Niederlage mit elf Gegentoren geht gar nicht und es gibt viele Gründe dafür, dass es soweit gekommen ist, die wir mannschaftsintern aufarbeiten müssen", sagte Hermann am Tag nach dem Desaster: "Gestern hat man deutlich gesehen, was den Unterschied in der Kreisliga A ausmacht. Eine Mannschaft in der Kreisliga A kann nicht einfach mal auf den Platz gehen und ein wenig Fußball spielen wollen, sondern muss individual- und mannschaftstaktische Vorgaben konsequent umsetzen. Als Trainer habe ich es bisher nicht hinbekommen, dass die Mannschaft meine Vorgaben umsetzt. Außerdem ist die Quote der individuellen Fehler viel zu hoch. Wir verlieren nach Gegentoren komplett die Ordnung und waren in Grevenbroich über das gesamte Spiel hinweg nicht in der Lage unsere Stärken auf den Platz zu bringen. Einzig bei den beiden Toren die wir erzielt haben ist das was wir trainiert haben umgesetzt worden. Im Training sind die Jungs super engagiert, leider fehlt den meisten neben dem Selbstbewusstsein auch die Erfahrung und Clerverness", so Hermann weiter.

Nach dem 1:6 zum Saisonauftakt gegen Wevelinghoven und dem 1:5 in der Vorwoche gegen Hackenbroich kassierte die SG in vier Spielen bereits 22 Gegentore. Das sind 5,5 Gegentore pro Spiel - und damit eindeutig viel zu viel, um in der Liga bestehen zu können. Immerhin: Vier Mannschaften sind von der Punkteausbeute her bislang noch schlechter als die SG, mehr Gegentore kassierte aber niemand. Und in den kommenden Wochen droht weiteres Ungemach: Am kommenden Sonntag ist Rommerskirchen-Gilbach mit Ex-Trainer Dennis Zellmann zu Gast am Kaarster See, danach geht es zur Reserve des SC Kapellen, ehe die DJK Novesia nach Kaarst kommt - mit zahlreichen Ex-Spielern, die im Sommer aus welchen Gründen auch immer nach Novesia gewechselt waren. "Das werden harte Wochen. Die Mannschaft muss jetzt den Arsch hochkriegen", sagt Hermann. Falls die Zweite sich nicht steigert, könnte sie im schlimmsten Fall nach den nächsten drei Spielen am Tabellenende stehen.