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Geschrieben von Stephan Seeger am in Uncategorized

Heich tritt mit sofortiger Wirkung als Vorsitzender zurück

Beben bei der SG Kaarst: Reinhard Heich, Vorsitzender der Fußball-Abteilung, ist auf der Jahreshauptversammlung am Montag mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Die SG steht vor einem Scherbenhaufen.

Heich hatte seinen Entschluss bereits vor einigen Tagen gefasst. Er habe sich entschieden, das Amt niederzulegen, weil er im Seniorenbereich keinerlei Unterstützung erhalten würde. Das zeigt auch die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung am Montag. "Es waren neun Leute da, vorwiegend Jugendtrainer und Eltern. Aus dem Seniorenbereich war niemand anwesend. Das mache ich nicht mehr mit", klagt Heich. Seit 22 Jahren leistete Heich ehrenamtliche Arbeit im Vorstand der SG, nun zieht er die Reißleine. "Ich muss mich um alles selbst kümmern. Das fängt Sonntags bei den Kassendiensten an. Niemand ist bereit, das zu machen, es bleibt alles an mir hängen. Ich fahre auch immer die Vereinszeitungen quer durch Kaarst, das bekommt auch niemand mit. Das ist mittlerweile gesundheitsgefährdend, da habe ich keine Lust mehr drauf", sagt Heich.

Er bemängelt, dass niemandem etwas an dem Verein liegen würde. "Ich habe das immer gerne gemacht, aber es geht einfach nicht mehr", sagt er: "Es wird immer nur über mich gemotzt und gesagt, ich würde den Verein kaputt machen. Das fing mit der Entlassung von Dirk Schneider an und hat sich über die dritte Mannschaft so fortgesetzt", klagt Heich über fehlende Unterstützung. Durch die Floorballer der DJK Holzbüttgen seien auch viele Sponsoren abgesprungen, deren Zahl ist von über 40 auf nur noch 22 gesunken. Den Jugendspielern muss eine Perspektive aufgezeigt werden, und das würde nur gehen, wenn die erste Mannschaft dauerhaft in der Bezirksliga spielt. "Ich erledige jetzt noch meine Aufgaben, die ich noch auf dem Tisch habe, dann war es das", sagt er.

Wie es weitergeht, steht in den Sternen. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. VOrübergehend wird Markus Stenten das Amt des Vorsitzenden übernehmen, der bislang als zweiter Vorsitzender tätig war. Bis zur nächsten Jahreshauptversammlung muss dann allerdings ein neuer starker Mann gefunden werden, länger will auch Stenten nicht in erster Reihe stehen. "Alle haben eine große Klappe, aber niemand will es machen. Wir haben so viele ehemalige Spieler, die hoch gespielt haben, von denen will aber auch niemand", sagt Heich. Seiner Meinung nach müsste der neue Vorsitzende auch im Schützenverein aktiv sein, weil er dadurch viele Kontakte zu Selbstständigen hat, die als Sponsoren infrage kommen. "Sonst hast du als Vorsitzender eigentlich keine Chance", sagt er.

Nach der Abmeldung der dritten und vierten Mannschaft im vergangenen Sommer ist der Rücktritt des Vorsitzenden der nächste Tiefschlag für einen Verein, der sich im Sinkflug befindet und kurz vor dem Aufprall auf den Boden steht.